Zeckenstich – was nun?

Wo kommen Zecken vorwiegend vor?

Zecken, beziehungsweise in unseren Breiten der Holzbock (Ixodes ricinus), kommen überall bis zu einer Höhe von ca. 1.500 m vor. Der bevorzugte Lebensraum dieser mit den Spinnen verwandten Tiere sind mittelgradig feuchte Stellen in Laub- und Mischwäldern mit üppigem Unterholz (Gräser, Sträucher, Büsche). Dies sind insbesondere verstrauchte und vergraste Waldränder, Waldlichtungen und Waldwege sowie Hecken und hohes Gras- und Buschland. In regelmäßig gepflegten Hausgärten und städtischen Parkanlagen, die nicht in Waldnähe liegen sowie in reinen Nadelholzwäldern sind Zecken selten.

Wie bekomme ich einen Zeckenstich?

Zecken sitzen auf niedrig wachsenden Pflanzen (bis max. 1,5 m), warten auf einen vorübergehenden Wirt und lassen sich von diesem abstreifen.

Wann ist Zeckenzeit?

Die Gefahr, von Zecken befallen zu werden, ist im Winter sehr gering, im Frühling (Februar bis Mitte Juni) und Herbst (Mitte August bis Oktober) jedoch viel größer.

Warum sind Zecken so gefährlich?

Zecken sind Krankheitsüberträger!

Zecken besitzen einen Rüssel, das so genannte Rostrum, mit dem sie sich in die Haut bohren. Mithilfe vieler kleiner Zähne, die als Widerhäkchen dienen, halten sie sich in der Haut fest und lassen sich daher nur schwer wieder herausziehen. Beim Stich sondern sie eine betäubende Substanz ab, so dass dieser häufig nicht bemerkt wird.

Holzböcke können über 50 verschiedene Krankheitserreger auf den Menschen übertragen, in erster Linie aber ein Bakterium (Borrelia burgdorferi) und ein Virus (das Zeckenenzephalitis-Virus oder Frühsommer- Meningoenzephalitis-(FSME)Virus). Je nach Region sind 5 bis 30 % aller Zecken mit Borrelia burgdorferi infiziert.

Wie entferne ich eine Zecke richtig?

Sollten Sie eine Zecke entdecken, entfernen Sie diese möglichst rasch, am besten – falls vorhanden mit einer feinen Pinzette – durch Fassen direkt über der Haut und kontinuierlichen Zug. Desinfizieren Sie die Stichstelle anschließend.

Was tun, wenn der Kopf beim Entfernen der Zecke in der Haut geblieben ist?

Am besten ist es, gar nichts tun, denn der Kopf wird nach einigen Tagen von selbst abfallen. Sollte sich die Stelle entzünden, sollte Desinfektionsmittel (z.B.: Betaisodona®Salbe) verwendet und einen Arztbesuch in Erwägung gezogen werden. Geringe Rötung und Juckreiz in den ersten Tagen nach einem Zeckenstich sind nicht mit den Symptomen einer Hautborreliose zu verwechseln, denn es handelt sich hierbei nur um eine Lokal-/Fremdkörperreaktion. Antihistaminsalben (z.B. Fenistil®) können den Juckreiz lindern.

Soll ich die Zecke auf Krankheitserreger testen lassen?

Eine Untersuchung der Zecke auf Krankheitserreger ist nicht indiziert! Die PCR Untersuchung einer Zecke auf verschiedenste Erreger wie FSME, Borrelien, Rickettsien etc. ist technisch möglich und wird im deutschsprachigen Raum auch von einigen Laboratorien angeboten. Die Kosten werden allerdings nicht durch die Kassen gedeckt. Die Aussagekraft eines positiven Nachweises ist äußerst begrenzt, so sagt der positive Tests in der Zecke nichts darüber aus, ob eine Übertragung überhaupt stattfand und ob die Erkrankung zu Symptomen beim Patienten führen wird.  Bis zu einem Drittel aller Zecken sind Borrelien-PCR positiv, aber nur in den wenigsten Fällen kommt es auch zum Ausbruch einer Borreliose beim Menschen.

Quellen

Sozialministerium

Pediatrieinfo

Zecken.at

Kinderärzte im Netz

Tropenmedizin

Ärztezeitung

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

Enzyklopaedie-dermatologie